Alter Portwein

Hochwertige Portweine müssen richtig alt werden, damit sie ihr volles Potenzial entfalten können.

Doch abhängig von der Qualität der Trauben gibt es natürlich nicht nur Spitzenjahrgänge.

Alter Portwein muss daher nicht zwingend sehr gut und besonders wertvoll sein.

Anders ausgedrückt: es gibt auch noch andere Faktoren als eine perfekte Lagerung, die aus altem Portwein einen echten Genuss machen.

Die Portweinqualität hängt von der Traubenqualität eines Jahrgangs ab

Um das besser zu verstehen, müssen wir die Herstellung von Portweinen näher betrachten.

Davon ausgenommen sind Rose und White Ports.

Diese roten Portweine werden entweder vornehmlich oder ausschließlich im Fass gereift (Tawny Ports) oder vornehmlich in der Flasche (Ruby Ports).

Dazu kommen noch überdurchschnittliche Jahrgänge unterschiedlicher Qualität, die dann beispielsweise zu einen LBV (Late Bottled Vintage) oder einem Colheita werden können.

Wichtig dafür, ob ein alter Portwein (noch) gut ist, ist natürlich zunächst die Lagerung.

Die sollte kühl, dunkel und trocken sein.

Es wird zwischen Fass- und Flaschenreifung unterschieden

Darüber hinaus ist es aber ebenso wichtig, um welchen Portwein es sich handelt.

Grundsätzlich gilt dabei, dass flaschengereifte Portweine lagerfähig sind und sogar über viele Jahrzehnte lagern sollten, damit sie ihre wahre Größe an Geschmack erreichen.

Bei der Flaschenreifung reifen die Weine sehr langsam, da sie hier nicht mit Luft (Sauerstoff) in Kontakt kommen.

Sie können also nicht oxidieren.

Handelt es sich bei einem alten Portwein, der vornehmlich flaschengereift ist, ist er unter optimalen Lagerbedingungen extrem lange haltbar.

Überhaupt wird er erst nach 20 bis 40 Jahren nach der Abfüllung seine volle Größe erreichen.

Fassgereifte Portweine sind sofort trinkfähig, flaschengereift müssen alt werden

Einfache Rubys werden zwar auch sehr schnell in Flaschen abgefüllt.

Um aus weniger guten Trauben aber das Maximum an Geschmack herauszuholen, müssen sie sehr schnell reifen, also bei Kontakt zu Luft in Fässern.

Diese Weine sind bedingt lagerfähig, da sie schon gereift sind.

Vielmehr sind sie sofort nach der Abfüllung trinkfertig.

Dazwischen gibt es noch andere Portweine wie die LBV Ports.

Diese können unter Umständen auch in der Flasche noch reifen.

Dann handelt es sich um unfiltrierte LBVs oder auch Crusted Ports.

Die Portweine, die also in der Flasche reifen, sind sehr lange lagerfähig (und benötigen diese Zeit auch bis zu einem gewissen Alter der Flaschen).

Grundsätzlich gilt bei alten Portweinen: die mit Depot sind wirklich lagerfähig

Zu erkennen sind sie an ihrem Depot (unfiltrierte Ports haben die Inhaltsstoffe in der Flasche, die zum Reifen benötigt werden).

Ein Portwein mit Depot, also ein alter Vintage Port oder unfiltrierter LBV sind nahezu unbegrenzt haltbar (wenn die Lagerbedingungen durchgehend optimal waren und sind).

Das gilt auch für alte Tawnys, die bis zu 40 Jahre im Fass reifen (Very Old Tawny Port).

Wenn Sie einen alten Portwein erstehen, wäre der Tawny (aus aktuellen Abfüllungen) sofort trinkfähig und eine weitere Lagerung könnte das Gegenteil bewirken.

Wenn es sich um einen unfiltrierten LBV oder einen Vintage Port handelt, ist er wie bereits erwähnt nahezu unbegrenzt weiter lagerfähig.

Kaufen Sie alten Portwein ohne Risiko

Kaufen Sie bei einem kompetenten Händler, können Sie einigermaßen sicher sein, dass der alte Portwein professionell gelagert wurde.

Bei privaten Käufen ist natürlich auch immer Glück dabei.

Optimal ist es, wenn sich die Lagerung durchgehend dokumentieren lässt.

Letztendlich gehört auch eine Portion Erfahrung und vor allem Wissen über Portweine dazu, wenn Sie einen wirklich alten Portwein erstehen möchten.

Sie können alternativ dazu bei einem Händler kaufen oder fragen einen echten Portwein-Experten, die einen alten Portwein für Sie bewertet.