Weißer Portwein

Portwein ist zunächst einmal in erster Linie ein Likörwein

Weißer Portwein – Zahlreiche klassischen Dessert- und Likörweine aus südlichen Ländern werden vornehmlich aus roten Weintrauben gewonnen.

Das ist beim Portwein anders.

Portwein ist auch als weißer Port erhältlich, wenn auch nicht so weit verbreitet wie der rote Portwein.

Aber natürlich hat auch der weiße Portwein seine treuen Anhänger.

Weißer Portwein
Weißer Portwein

Darüber hinaus ist die klare geschmackliche Abgrenzung von weißem Portwein sogar ein weiterer Vorteil des portugiesischen Likörweins.

Schließlich erfährt der Raum der komplexen Portwein-Aromen hier eine zusätzliche und interessante Bereicherung.

Doch zunächst zur Entstehungsgeschichte des Portweins, von der natürlich auch der weiße Portwein betroffen ist.

Die Portugiesen gingen nicht her und beschlossen, nun einen Likörwein zu kreieren.

Vielmehr beruht die Entstehung von Portwein wie die von Sherry auf denselben Grundlagen.

Sherry ist dabei für manche das spanische Pendant zum portugiesischen Portwein, für andere wieder ein „billigerer“ Likörwein.

Dieser Wertung wollen wir uns hier entziehen, da wir besonders den Portwein, und hier den weißen Port, fokussieren.

So kam es zur Herstellung und erstmaligen Kreation von Portweinen

In den südeuropäischen Ländern galt die Weinherstellung zwar spätestens seit dem römischen Imperium als bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Dennoch hatten gerade in diesen warmen mediterranen Ländern die Weinbauern große Probleme, die Haltbarkeit ihrer Weine zu gewährleisten.

Das war insofern von Bedeutung, da England buchstäblich auf den Geschmack von Wein kam.

Traditionell lag das Land aber oftmals im Krieg oder zumindest Streit mit dem anderen klassischen Weinanbauland Frankreich stand.

Mit dem auslaufenden Mittelalter vertieften die englischen Kaufleute daher ihre Handelsbeziehungen zu Spaniern und Portugiesen, was auch heute noch die große Popularität beider Länder erklärt.

Als Beispiel sei nur der Tourismus genannt.

Schon bald etablierten sich Qualitätsstandards für Portweine

England bot umfangreiche Fischfangrechte für Kabeljau im Norden, im Gegenzug avancierte Portugal zu einem wichtigen Weinlieferanten für das Britische Königreich.

Genau hier kam aber das Problem mit der Haltbarkeit zum Tragen. Herkömmliche Weine vergärten und kippten bereits während des Transports.

Englische Kaufleute entdeckten in iberischen Klöstern eine Technik, die die Haltbarkeit des Weins erheblich verbesserte – das Aufspriten.

Während der Wein herkömmlich gärt, wird ihm ein hochprozentiges Weindestillat beigemischt.

Dadurch wird das Vergären des Traubenzuckers gestoppt.

Das erklärt einerseits die Süße, macht andererseits den Wein sehr lange haltbar.

Explizit die Verfahren zum Aufspriten bei Portwein sorgen dafür, dass Portweine die am längsten haltbaren Weine und Likörweine darstellen.

Die strengen Richtlinien vom Instituto dos Vinhos do Douro e Porto gelten auch beim weißen Portwein

Durch die engen und intensiven Handelsbeziehungen mit der Britischen Krone stieg jedoch die Nachfrage nach Portwein rasant an.

Das wiederum hatte massiven Einfluss auf die Qualität, da findige Händler versuchten, alles mögliche, was Wein ähnlich war, als Portwein zu verkaufen.

Das führte um 1750 zur Gründung des portugiesischen Portweininstituts in Porto, dem Instituto dos Vinhos do Douro e Porto.

Das Institut erfasste die Anbauregion für Portwein, das nördliche Douro-Tal und erstellte ein Kataster.

Außerdem wurden die gestatteten Rebsorten festgelegt, das Alter und die Qualität der Reben festgehalten.

Auch geografische Merkmale wie Lage, Bodenbeschaffenheit oder Ausrichtung und Höhe vom Meeresspiegel abweichend wurden festgehalten und festgelegt.

Heute ist das Gebiet damit auf eine rund 240.000 Quadratkilometer große Region zusammengefasst.

Weintrauben für die Herstellung von weißen Ports

Ausschließlich hier dürfen die für den Anbau von Weintrauben für die Portweinherstellung freigegebenen Rebsorten angebaut werden.

Während beispielsweise der spanische Sherry, der ebenfalls aufgespritet wird, ausschließlich aus roten Trauben hergestellt wird, kommen für die Herstellung von Port auch Trauben für Weißwein infrage.

Aus den folgenden Weintrauben für Weißwein wird weißer Portwein gewonnen (die Liste ist nicht abschließend):

  • Codega
  • Donzellinho Branco
  • Esgana Cão
  • Folgasão
  • Gouveio
  • Malvasia Fina
  • Malvasia Rei
  • Moscatel
  • Rabigato
  • Viosinho

Ebenso, wie beim roten Portwein sind die Trauben auch beim weißen Portwein in verschiedenen Kategorien klassifiziert: empfohlen, erlaubt, toleriert.

Die einzigartige und dennoch vielfältige Geschmackswelt weißen Portweins

Der Unterschied zwischen Weißwein und Rotwein, auch zwischen rotem und weißem Portwein liegt der Unterschied im erfrischenden Geschmack, der dennoch eine intensive fruchtige Note bereithält.

Dazu kommt, je nach Alter und Reifung, eine mehr oder weniger intensive Note von Honig.

Auch ein Hauch von Zitrone oder Mandel ist möglich.

Wie roter Port kann auch weißer Portwein in unterschiedlicher Prädikatsqualität erworben werden.

Das reicht vom Durchschnittsjahrgang bis hin zu 10, 20, 30 oder 40 Jahre lang gereiften weißen Portweinen, die in ihrem Geschmack und in ihrer Entfaltung des Aromas einfach einzigartig sind.

Weißer Portwein ist ein Likörwein, doch kein Likörwein ist wie weißer Portwein

Dabei werden gerade manche rote Portweine von Liebhabern eher trockener Weine als aufdringlich und zu intensiv süß wahrgenommen.

Hier dürften die weißen Ports genau das richtige sein.

Der Geschmack reicht von erfrischend trocken über dezent süße Portweine bis hin zu fruchtig süßen Ports mit einer leicht trockenen Note.

Übrigens: obwohl weiße Portweine nach wie vor die Minderheit bei den Portweinen darstellen, wächst die Zahl der Genießer, die einen aromatischen und vollmundigen weißen Portwein bevorzugt, stetig und kontinuierlich an.

Weißer Portwein – ein echter Geheimtipp und stark im Kommen

Man könnte fast sagen, weißer Portwein ist so etwas wie der Geheimtipp unter den Ports.

Ein entsprechend lange gereifter weißer Port wird im Rahmen von entsprechenden Festlichkeiten immer die angenehme Aufmerksamkeit der Portwein-Liebhaber auf sich ziehen, wie es der rote Port nicht vermag.

Es ist dieser Hauch von Exotik, der wegen der geringen Produktionszahlen von weißem Port mit weht, der ihn so besonders und auffällig macht.

Trink- und Geschmackskreationen mit weißem Portwein

So entsprechen auch die Trinkgewohnheiten nicht ganz denen des roten Portweins.

Vielmehr lassen sich mit dem weißen Likörwein aus dem Douro-Tal gänzlich unterschiedliche Kreationen gestalten.

Als Dessert wird zwar gerne eine Schale leicht gezuckerter Erdbeeren mit rotem Port mariniert, doch sollten Sie durchaus einmal die Kombination mit einem verhalten süßen, eher trockenen weißen Portwein wagen.

Auch zu Oliven oder Mandeln passt weißer Portwein ganz ausgezeichnet.

Ein weiteres Highlight unter den Dessert-Kreationen wäre weißer Portwein mit vollfruchtigen Feigen.

Doch eignet sich weißer Portwein nicht nur ausgezeichnet zum Nachtisch oder als Digestif.

Auch als Aperitif oder ähnlich verfeinert an heißen Nachmittagen oder lauen Sommernächten ist weißer Portwein ein einzigartiger Genuss.

Dazu kühlen Sie den weißen Portwein auf rund 10 Grad herunter und fügen ihm einen guten Spritzer Zitronen- oder Limonensaft zu.

Daneben ist weißer Portwein auch mit Tonic Water ein unvergesslicher Genuss, der seinesgleichen sucht.

Für einen solchen Port Tonic sollten Sie jedoch einen durchschnittlichen Jahrgang verwenden, auch das sei angemerkt.

Einen durchschnittlichen weißen Portweinjahrgang können Sie auch auf Eis servieren oder mit Eiscreme anrichten.

Die Möglichkeiten, weißen Portwein zu kombinieren, sind nahezu unbegrenzt.

Das Ergebnis wird aber immer eine von der Masse abgehobene, exklusive Spezialität sein.

Kaum ein anderer Cocktail kann Port Cocktails mit weißem Portwein das Wasser reichen.

Langsam gealterten und gereiften weißen Portwein entsprechend seiner Wertschätzung genießen

Einen alten, gut gereiften Port sollten Sie jedoch tatsächlich traditionell genießen.

Auch hier ist eine Trinktemperatur um die 10 Grad entscheidend.

Je nach Art der Reifung, die der weiße Port vollzogen hat, sollten Sie den exklusiven Likörwein vor dem eigentlichen Servieren noch genügend lange atmen lassen können, sodass er wirklich sein volles und komplexes Aroma zeigen und unter Beweis stellen kann.

So ist auch weißer Portwein traditionell ein einzigartiger Genuss

Folgen Sie dazu einfach unseren Ratgebern, wie Sie Portweine am besten trinken und genießen.

Selbstverständlich gilt das auch für die weißen Portweine.

Übrigens: auch, wenn der weiße Portwein gerade in den warmen Sommermonaten ein echter Hit ist und der rote Port eher zu den atmosphärisch dichten Wintertagen passt, sollten Sie auch weißem Portwein durchaus einmal an einem gemütlichen, wohligen Winterabend oder Winternachmittage eine Chance geben.

Das mediterrane Flair zur Winterzeit ist noch einmal etwas ganz Besonderes.