Portwein dekantieren

Portwein besitzt eine hohe, ja beinahe königliche Stellung unter den Weinen.

Entsprechend gehört auch eine gewisse Tradition zum Genuss.

Dazu wiederum gehören Aspekte wie Trinktemperatur, Art und Weise des Öffnens usw..

Wer dabei denkt, das alles sei nur „Show“, der irrt.

Denn insbesondere ein alter, flaschengereifter muss zeigen können, was in ihm steckt.

Dazu gehört dann auch das Dekantieren des Portweins.

Wie Sie einen Portwein dekantieren und was in diesem Zusammenhang noch zu beachten ist, haben wir für Sie zusammengefasst.

Wann wird Portwein dekantiert und was ist beim Depot zu beachten?

Portwein dekantieren
Portwein dekantieren

Einen jungen Port müssen Sie in der Regel nicht dekantieren.

Ebenso Portwein, der in Fässern (Pipen) gereift und dann vor dem Verkauf in Flaschen abgefüllt wurde.

Ältere Portweine, wie Vintage Port haben brüchige Korken.

Wer keine Portweinzange besitzt, kann die Reste des Korkens auch in die Flasche drücken.

Schließlich muss der Port ohnehin dekantiert werden.

Doch immer der Reihe nach.

Ein alter, flaschengereifter Port besitzt ein Depot.

Da Portweine wie herkömmliche Weine gelegt gelagert werden, müssen Sie dem Depot genug Zeit zum Absinken geben.

Je älter der Port, umso mehr Zeit benötigt der Port.

Einen Vintage Port können Sie daher bis zu einer Woche vor dem Öffnen senkrecht stellen.

Den Portwein öffnen und dekantieren

Mit dem Öffnen beginnt das eigentliche Dekantieren.

Wenn Sie kein Dekantierset besitzen, nutzen Sie ein Teesieb und eine ansprechende Karaffe.

Öffnen Sie den Portwein mit der Portweinzange (erhitzen und dann den Flaschenhals einklemmen, unmittelbar danach mit einem kühlen nassen Tuch umwickeln, jetzt entsteht eine glatte Sollbruchstelle).

Sie müssen den Portwein beim Dekantieren gleichmäßig gießen ohne abzusetzen.

Sie setzen erst dann ab, sobald die ersten Depotteile sichtbar sind.

Die Engländer bezeichnen das „one mouthful“.

In England gehörte es zur Tradition, dieses Depot zum Frühstück am Morgen auf Brot zu streichen, Sie können das Depot natürlich entsorgen.

Lassen Sie den Port nun an der Luft sein volles Aroma entfalten

Flaschengereifter Portwein konnte aufgrund dieses Reifeprozesses nicht oxidieren, da der Kontakt zum Sauerstoff fehlte.

Daher ist ein Vintage Port auch nach 24 Stunden nicht mehr genießbar.

Dennoch muss der Port etwas an der Luft atmen können.

Dazu reichen nach dem Dekantieren in der Regel zwei bis drei Stunden.

Besonders ältere Jahrgänge müssen bis zu zwei, drei Stunden an der Luft sein, jüngere Vintage Ports deutlich länger – bis zu zwölf Stunden.

Nur dann kann der Port wirklich zeigen, was er hat und sein umfassendes Aroma gänzlich entfalten.

Zudem wird ein möglicher muffiger Flaschengeruch so neutralisiert.

Die Engländer nennen das „bottle stink“.

Trinktemperatur und Portweintulpen zum Atmen

Nun, nach dem Dekantieren und Atmen lassen, ist nur noch die Trinktemperatur wichtig, außerdem das passende Glas.

Bei weißen (goldenen) Ports beträgt die Trinktemperatur um die zehn Grad, bei roten Ports wird allgemein von Zimmertemperatur gesprochen.

Jedoch bezieht sich das auf die jahrhundertealten britischen Gepflogenheiten.

Klimabedingt waren die Zimmertemperaturen nie höher als 18 bis 20 Grad.

Daher sollten Sie roten Port an warmen Tagen durchaus etwas kühler, nämlich um die 18 bis 20 Grad, servieren.

Getrunken, oder besser genossen, wird der Port dann in halb gefüllten Porttulpen, in denen er gut atmen kann.

Enthusiasten trinken ihn aber auch aus einem Grappaglas.

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