Portwein Vintage

Portwein Vintage
Portwein Vintage

Portwein gehört zu den traditionsreichsten Weinen, die wir kennen.

Insbesondere in England haben sie eine jahrhundertealte Tradition.

Wie für herkömmliche Weine typisch ist, dass es unterschiedliche Qualitäten gibt, so ist dies auch bei Portweinen zutreffend.

Sämtliche Portwein Bezeichnungen beziehen sich dabei auf diese Qualität und außerdem den Reifungsprozess.

Der edelste und wohl auch exklusivste Portwein ist dabei Port Vintage.

Dabei handelt es sich um Portwein eines Spitzenjahrgangs.

Zwar können Sie auch einen jungen Portwein Vintage erwerben, jedoch sollte dieser noch nicht verzehrt werden.

Alles, was Sie über Vintage Portwein wissen müssen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Was Portwein eigentlich ist

Zunächst ganz allgemein zu Portwein: laut EU-Verordnung handelt es sich bei Portwein um einen Likörwein.

Das heißt aber nicht zwingend, dass jeder Portwein süß bis sehr süß sein muss.

So gibt es insbesondere bei den weißen Ports auch trockene und selbst extra trockene Portweine.

Außerdem müssen Portweine aus Portugal kommen und hier innerhalb eines seit 1756 klar umgrenzten Gebiets, der „Região Demarcada“.

Dafür zuständig ist das portugiesische Portweininstitut (das Instituto dos Vinho do Porto).

Das für die Qualität des Portwein verantwortliche Institut musste aus historischen Handelsgründen heraus ins Leben gerufen werden.

Die Entstehungsgeschichte – es ging um Haltbarkeit

Aufgrund der traditionell schlechten Beziehungen zwischen Frankreich und dem britischen Königreich waren englische Händler bereits im Mittelalter auf der Suche nach Alternativen beim Weinhandel und kamen so zu Portugal.

Wie in anderen warmen Ländern beherrschten die Weinbauern es jedoch lange Zeit nicht mehr, Weine langfristig lagerfähig zu machen.

Das hat vor allem mit dem höheren Traubenzuckergehalt von Weinen aus warmen Regionen zu tun – der Gärungsprozess konnte nicht wirklich beeinflusst werden und das Wissen um das Oxidieren, das schon in der Antike bekannt war, ging mit dem Untergang des römischen Weltreichs zunächst verloren.

Der älteste geschützte Wein – der Portwein

Später fanden englische Händler zusammen mit portugiesischen Mönchen heraus, dass das Vergären des Weins durch das Vinieren gestoppt werden konnte.

Dabei wird dem gärenden Wein ein hochprozentiges Destillat, also Alkohol, zugefügt, der den Prozess der Umwandlung von Zucker in Alkohol stoppt.

Daher auch die Süße vieler Portweine.

Nachdem sich dieses Verfahren zum Haltbarmachen bewährte, wurden Portweine in England immer beliebter und die Nachfrage stieg.

Sie stieg so sehr, dass die Qualität darunter litt, weil natürlich möglichst viele Weinbauern versuchten, auch minderwertige Weine als Portwein zu verkaufen.

Seit der Gründung dieses Portweininstituts bestimmen zunächst die Winzer bei der ersten Verkostung des Portweins, um welche Qualität es sich handelt.

Danach muss das Portweininstitut diese Qualitätsbestimmung noch einmal verifizieren.

Das gilt natürlich auch für einen Portwein Vintage.

Die Herstellung und was Vintage Ports von anderen Portweinen unterscheidet

Portwein Vintage - Alter Portwein
Portwein Vintage – Alter PortweinBarrels in the wine cellar in Porto in Portugal

Damit muss jeder Portwein auch mit einem Siegel des portugiesischen Portweininstituts ausgestattet sein.

Doch was ist es nun, was einen Spitzenjahrgang auszeichnet?

Dazu benötigen die Winzer natürlich vor allem ein Höchstmaß an Erfahrungen.

Von den Rebsorten, die als Portwein angebaut werden dürfen, müssen die richtigen ausgewählt werden.

Sonne, Wärme, Regen, das ganze Klima muss einfach perfekt zusammenpassen, damit die Weintrauben perfekt reifen können.

Zwar werden die Winzer schon bei der Lese erkennen, wie es sich mit der Qualität verhalten wird.

Doch wirklich bestimmt wird das erst nach zwei Jahren Reifung in den Stahltanks oder großen Holzfässern in der Hafenstadt Porto.

Hier lagern die jungen Weine nämlich zunächst zwei Jahre.

Die Weine können reifen und auch atmen, da diese großen Tanks nicht luftdicht sind.

Portwein Vintage – Nach der ersten Reifung wird entschieden

Nun wird bestimmt, um welche Qualität es sich handelt.

Nicht so gute Jahrgänge verlieren nämlich bei zu langer Reifung an Geschmack – sie flachen ab.

Sie sollten also relativ schnell reifen.

Spitzenjahrgänge dagegen sollten sehr langsam reifen.

So gibt es hier nach zwei Jahren die ersten Unterschiede: die Weine werden nun entweder für mehrere Jahre (bis zu sechs Jahre) in den großen Fässern gelagert oder kommen in kleinere Fässer, die Pipen.

Manche Ports werden auch sofort in Flaschen abgefüllt.

Die Weine, die noch mehrere Jahre in den großen Tanks verbleiben, sind die hochwertigen Weine.

Nach dieser zusätzlichen Lagerzeit werden sie in Flaschen abgefüllt und können hier luftdicht sehr langsam reifen.

Die verschiedenen Portweine, die „Vintage“ im Namen tragen

Portwein Vintage - Port - Porto
Portwein Vintage – Port – Porto

Jedoch ist nicht bei jedem Spitzenjahrgang sofort klar, dass es sich um einen Spitzenjahrgang handelt.

Dann bleibt der Port noch länger in den großen Tanks.

Bestätigt sich die hohe Qualität, wird er also „verspätet“ in Flaschen abgefüllt.

Das wäre dann LBV Port (late bottled vintage).

Sie erkennen also, die Bezeichnung „vintage“ wird auch für nicht ganz so hochwertige Spitzenports verwendet.

Insgesamt gibt es die folgenden Portweinbezeichnungen, die das „vintage“ im Namen tragen:

  • Vintage Port: absoluter Spitzenjahrgang
  • LBV Port (Late Bottled Vintage): ein Portwein, der an den Vintage heranreichen kann, also quasi ein „preisgünstiger“ Port
  • Single Quinta Vintage Port: Qualität eher mittelmäßig bis überdurchschnittlich
  • Vintage Character: Verschnitt aus verschiedenen Jahrgängen: mittelmäßig bis überdurchschnittlich, aber unterhalb Single Quinta Vintage Port
  • Colheita: überdurchschnittlicher Jahrgangsportwein

Der Spitzenjahrgang – der Vintage Portwein

Der Vintage Port sollte also noch viele Jahre in Flaschen gelagert werden, bevor er trinkfertig ist.

10 bis 15 Jahre gelten als Minimum, aber 20 bis 30 Jahre als besser.

Ab 40 Jahre kann er dann ohne weitere Lagerung genossen werden – die Aromen entfalten sich jetzt voll. Aber natürlich kann 40 Jahre alter Vintage Portwein auch noch länger gelagert werden.

Ganz nah am Vintage Port – der LBV

Beim LBV kommt es darauf an.

Dieser Late Bottled Vintage wird nach einigen Jahren weiterer Reifung im Holzfass entweder filtriert oder unfiltriert in Flaschen abgefüllt.

Der unfiltrierte LBV ist nicht wirklich lagerfähig, also ab der Abfüllung trinkfertig.

Unfiltrierter LBV dagegen sollte noch weiter gelagert werden in der Flasche.

Vintage Character und Colheita

Der Vintage Character wird nach circa drei weiteren Jahren in Flaschen abgefüllt.

Auch der Vintage Character sollte noch lange in der Flasche zum Nachreifen gelagert werden.

Der Colheita dagegen reift weitere acht Jahre im Holzfass, ist dann nach dem Abfüllen aber sofort trinkfertig.

Die durchschnittlichen Jahrgänge

Daneben gibt es noch verschiedene Stufen von Tawny (mehrere Jahre in großen Fässern und Pipen gelagert), Ruby (nach wenigen Jahren in Flaschen abgefüllter, sofort trinkfertiger Durchschnittsport) und White Port, also Portwein aus weißen Weinen.

Der Genuss von einem Vintage Port

Wein lagert professionell kühl, trocken und liegend in der Flasche.

Für das Reifen verantwortlich ist das Depot (also unfiltrierte Inhaltsstoffe), die als Depot bezeichnet werden.

Portwein Vintage – Soll ein Vintage Portwein getrunken werden, muss er 24 bis 48 Stunden vorab aufgestellt werden, damit das Depot auf den Flaschenboden abfallen kann.

Öffnen und Dekantieren eines Vintage Ports

Portwein Vintage dekantieren
Portwein Vintage dekantieren

Man benötigt nicht zwingend einen Korkenzieher oder eine Portweinzange (mit welcher der Flaschenhals sauber abgebrochen wird).

Oft sind die Korken in sehr schlechtem Zustand – deshalb auch die Portweinzange.

Stattdessen können Sie die Korkenreste in die Flasche stoßen.

Nun wird der Vintage Port durch ein Sieb in eine Karaffe dekantiert.

Beim Gießen setzen Sie nicht ab.

Sie hören auf, sobald die ersten Teile des Depots zu sehen sind.

Das ist das „One Mouthful“, welches in der Flasche bleibt.

Vintage Port – genügend atmen und an einem Abend trinken

Nun muss der Port noch stehen bleiben.

Grundsätzlich gilt die Faustregel, je jünger der Port, umso länger.

Ein 30 bis 40 Jahre alter Vintage Portwein braucht rund zwei Stunden, der 20 Jahre alte Port dagegen bis zu 12 Stunden.

Nur dann können sich die Aromen des Vintage Ports voll entfalten und der Portwein kann seine volle Größe zeigen.

Zu trinken ist er dann binnen 24 Stunden.

Da es ein langsam flaschengereifter Port ist, beginnt er nun an der Luft zu schnell zu oxidieren und der Wein würde kippen.

Die Trinktemperatur wird oft mit „zimmerwarm“ angegeben, bezieht sich aber auf englische Maßstäbe.

Daher sollte die Temperatur eines Vintage Ports um die 18 Grad Celsius liegen.

Darüber beginnt – wie bei jedem Alkoholprodukt – der Alkohol den Geschmack zu dominieren.