Portwein Qualitätsstufen

Portwein ist nicht gleich Portwein.

Er wird in unterschiedlichen Qualitätsstufen angeboten, die von vielen verschiedenen Faktoren abhängen.

Daher ist die Qualität von Portweinen auf den ersten Blick für einen Laien nicht so leicht zu erkennen.

Wir erklären Ihnen hier die Qualitätsstufen von Portweinen.

Grundsätzliche Unterscheidungen auch in der Qualität

Zunächst werden Portweine natürlich nach roten und weißen Ports unterschieden, denn im Gegensatz zum ähnlich bekannten Sherry, den es nur aus roten Weintrauben gibt, kommen für die Portweinherstellung auch weiße Trauben zum Anbau.

Die erste Qualitätsunterscheidung beginnt nun nach der Güte eines Erntejahres.

Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, benötigen Weintrauben ein möglichst ausgewogenes Klima, damit beispielsweise Säure- und Zuckergehalt in den Trauben in einem optimalen Verhältnis zueinander stehen.

Qualitätstufen aufgrund des Herstellungsprozesses

Auf diese erste Qualitätsbestimmung haben die Weingüter und Weinbauern folglich keinen Einfluss.

Die Jahrgänge werden nach durchschnittlichen, überdurchschnittlichen und Spitzenjahrgängen unterschieden.

Portweine aus durchschnittlichen Lesejahren werden nach einer zweijährigen Reifung in großen Holz- oder Stahltanks entweder noch für einige Jahre in diesen Tanks belassen oder in kleinere Holzfässer, die Pipen, umgefüllt.

Diese Portweine sind sofort nach der Flaschenabfüllung trinkfertig und stellen das untere Ende der Portweinqualität dar.

Der Qualitätsstandard für Flaschenabfüllungen ist Standard Ruby, der für den noch mehrere Jahre in Pipen gelagerten Port Standard Tawny.

Die Qualitätsstufen für flaschen- und fassgereifte Portweine

Flaschengereifte Rubys

Die Flaschenabfüllungen erfolgen aber natürlich auch bis zu überdurchschnittlichen Jahrgängen.

Hier die Qualitäten von in Flaschen abgefüllten Portweinen, die bereits trinkfertig sind, aber unterschiedlich lange reiften oder aus bestimmten Trauben bestehen:

  • Standard Ruby
  • Reserve Ruby
  • Crusted Port (mit Depot)
  • LBV (long botteled vintage)
  • Vintage Port (Spitzenjahrgang)

Die Besonderheiten am Vintage Port ist der Umstand, dass die Reifung hier in der Flasche erfolgt.

Fassgereifte Tawnys

Die fassgereiften Ports werden als Tawny beschrieben.

Auch hier wieder in aufsteigender Qualität:

  • Standard Tawny
  • Old Tawny (überdurchschnittlicher Jahrgang, 10, 20, 30 oder 40 Jahre gereift in Pipen)
  • Colheita

Unterschied Colheita und Old Tawny

Colheitas werden mindestens 7 Jahre gelagert, sind aber auch als 10. 20, 30 0der 40 Jahre alte Reifungen erhältlich.

Der Unterschied gegenüber dem Old Tawny Port: dieser besteht aus Ports verschiedener Jahrgänge derselben Altersgruppe, während Colheitas aus einem einzigen Jahrgang bestehen.

Deshalb werden sie auch immer wieder Jahrgangs-Ports genannt.

Qualitätsstufen von weißen Portweinen

Bei weißen Ports wird nach dem Grad der Süße unterschieden, also ähnlich dem deutschen Grad Öchsle:

  • muito doce – very sweet – sehr süß
  • doce -sweet – süß
  • meio seco – semi dry – halbtrocken
  • seco – dry – trocken
  • extra seco – extra dry – sehr trocken

Verfeinerte Qualitätsabstufungen bei Vintage Port

Der Vintage als Spitzenjahrgang unterliegt aber einer weiteren, verfeinerten Qualitätsabstufung, auch diese Qualitätsstufen wieder aufsteigend:

  • gut
  • sehr gut
  • hervorragend

Der Geschmack von Portweinen

Bitte beachten Sie, dass Ports entsprechend der verschiedenen Lagen, Herstellungs- und Reifeprozesse, unterschiedlichen Trauben und vieler weiterer Faktoren im Geschmack erheblich variieren können.

Die Qualitätsstufen geben nicht das Geschmackserlebnis wider

Außerdem sollten Sie bedenken, dass alleine der Jahrgang noch nicht sehr viel sagt.

Ein Vintage Port sollte wenigstens 20 bis 40 Jahre alt sein, damit die Flaschenreifung auf das ghöchte Niveau gelangen kann.

Ein junger Vintage Port mag zwar eine hohe Qualitätsstufe haben, aber er ist noch nicht alt genug.