Portwein Hersteller

Portwein ist ein besonderer Wein.

In England hat der portugiesische Süßwein eine lange Tradition.

Hierzulande erfährt insbesondere in den letzten Jahren eine stetig zunehmende Popularität.

Doch gerade für „Neulinge“ ist die Situation sehr unübersichtlich.

Vornehmlich englische Hersteller, dazwischen ein paar deutsche und holländische Produzenten für den portugiesischen Wein, das kann schon verwirren.

Dazu die große Vielfalt an unterschiedlichen Bezeichnungen für Portweine, die sich ebenfalls von einem zum anderen Hersteller deutlich unterscheiden können.

Hier erfahren Sie alles zu den wichtigsten Portwein Herstellern und wie Sie die verschiedenen Portweine auseinanderhalten können.

Die Hersteller von Portwein aus historischer Sicht

Um die Unterschiede bei der Qualität, aber auch die Situation mit den Herstellern von Portweinen etwas besser zu verstehen, ist es wichtig, dass Sie wissen, wie Portwein überhaupt entstanden ist.

Dazu müssen Sie zunächst zwischen Weinen aus kalten nördlichen und aus warmen südlichen Regionen unterscheiden.

Weinreben in warmen mediterranen Ländern bekommen deutlich mehr Wärme und Sonne, die Nächte sind nicht so kalt, der Niederschlag und die Luftfeuchtigkeit stellen sich anders dar.

Dadurch ist auch die Zusammensetzung der Trauben „voller“.

Voller im Geschmack, mehr Süße, einfach mehr Frucht.

In optimalen Sommern bedeutet das eine nach Säure, Süße und anderen Inhaltsstoffen völlig ausgewogene Frucht.

Die Problematik der Haltbarkeit bei Südweinen

Allerdings aber eben auch mehr Süße.

Grundsätzlich ist das positiv zu bewerten.

Doch wenn der Traubensaft zu Most vergärt, wird dabei der Fruchtzucker in Alkohol umgewandelt.

Vereinfacht gesprochen muss daher dieser Prozess vorzeitig gestoppt werden.

Das führt aber wiederum dazu, dass solche südlichen Weine ohne weitere Behandlung nur sehr kurzzeitig lagerfähig sind.

Für die langen und aufwendigen Transportwege in den letzten Jahrhunderten bedeutete das große Probleme.

Zwar kannten schon die Menschen der Antike die Prozedur des Oxidierens und damit auch, wie man Weine haltbar machen kann.

Die Römer etablierten außerdem den Weinanbau als wichtige Wirtschaftskraft auf der Iberischen Halbinsel.

Doch mit dem Zusammenbruch des römischen Imperiums ging wie vieles andere zunächst auch dieses Wissen verloren.

Alles musste er mühsam wiederentdeckt werden, so auch das Geheimnis, Südweine haltbar zu machen.

England trieb den Handel mit Portugal voran

Traditionell hat England immer Schwierigkeiten mit Frankreich.

Daher war man auf den britischen Inseln bemüht, Handelsabkommen mit anderen Nationen zu schließen.

Anstelle französischer Weine wollte man vor allem welche aus Spanien und Portugal importieren.

Die Portugiesen erhielten dazu umfassende Fischereirechte, im Gegenzug wurde der Zoll für Weine aus Portugal gegenüber Frankreich um ein Drittel gesenkt.

Das Interesse englischer Händler war natürlich groß.

Jedoch gab es noch immer das Problem mit der Haltbarkeit der Weine.

Angeblich in portugiesischen Klöstern fanden englische Händler dann die Lösung.

Demnach würden die Mönche den vergärenden Wein mit hochprozentigem Alkohol, also Destillat oder Weinbrand versetzen und damit den Prozess erfolgreich stoppen.

Dieses Vinieren, Fortifizieren oder Aufspriten wurde bekannt als Priest Port.

Portwein als Resultat, Weine haltbar zu machen

Bald wurde der Wein so haltbar gemacht. Insbesondere die besonders hochwertigen Trauben aus dem oberen Douro Tal konnten so endlich auch verschifft werden, ohne Schaden zu nehmen.

Die Nachfrage nach Portwein stieg deutlich an.

Dadurch wurde die Qualität beeinflusst, sodass sich Portugal 1756 gezwungen sah, das Portwein Institut ins Leben zu rufen.

Das Institut setzte die genaue Region fest, aus der für Portwein angebaute Reben stammen müssten.

Auch die Rebsorten wurden danach freigegeben und klassifiziert.

Jeder Weinbauer bzw. Hersteller (Weinkellereien) bestimmt demnach zwar selbst die Qualität des Portweins, aber sie muss vom Portwein Institut nochmals bestätigt und verifiziert werden.

Weinbauern, Portwein-Lagerhäuser und Vertrieb

Auf dieser Grundlage (der Portwein war damit der erste weltweit geschützte Wein) wurde der Portwein noch erfolgreicher.

Zahlreiche Händler übernahmen dann die Lagerhäuser in der Hafenstadt Porto.

Die Weinbauern lieferten ihre Weine an, dann wurden die Grundweine hier für zwei Jahre in große Holz- oder Stahltanks gefüllt.

Hier können sie dann auch heute noch zwei Jahre reifen bis zur ersten Verkostung.

Dann wird bestimmt, welche Qualität der Wein haben wird. Das Portwein Institut unterscheidet grundsätzlich vier Portweine:

  • vornehmlich in der Flasche gereifte Ports (Ruby Portweine)
  • vornehmlich im Fass gereifte Ports (vornehmlich Tawny Portweine)
  • Portweine aus Weißwein (White Port)
  • neuerdings auch Rose Ports

In der Flasche reifen dabei Portweine, die aus einem Spitzenjahrgang stammen, weil der Vorgang hier sehr langsam und schonend ist, außerdem auch ohne Luft (keine Oxidation).

Durchschnittliche Weine würden bei einer solch langen Lagerung im Geschmack abflachen.

Daher werden sie im Fass schneller gereift, um so möglichst schnell ihr volles Aroma zu erreichen.

Früher waren diese Bereiche strikt getrennt, doch es verschwimmt immer mehr

Früher waren Anbau und Portweinherstellung und Lagerung strikt voneinander getrennt.

Doch im Lauf der Zeit übernahmen immer mehr Kellereien aus Porto Weingüter und Weinbauern auch ihre eigene Portweinherstellung und ihren Vertrieb.

Das wird deshalb so verwirrend, weil verschiedene Portweine mindestens 40 Jahre oder noch älter sind.

Es nützt Ihnen also nichts, wenn Sie die heutigen Portwein Hersteller und Vertriebe allesamt kennen, bei den älteren Vintage Ports aber beispielsweise ein bis dahin unbekannter Hersteller für Sie dabei ist.

Dazu kommen viele kleine Familienbetriebe, die unter ihrem eigenen Label vertreiben

Andererseits gehen auch immer mehr kleine Familienbetriebe dazu über, ihre eigenen Portweine herzustellen und zu vertreiben.

Das Gebot heißt mehr Qualität statt Quantität.

Damit kommen zahlreiche kleinere Weinbauern dazu, die nun auch als Port Hersteller beginnen.

Um es vollends zu verwirren – einige lagern ihre Grundweine selber, andere wiederum in den Lagertanks der großen, namhaften Portwein Hersteller.

Wenn Sie heute also einen Vintage Portwein eines Herstellers angeboten bekommen, der völlig unbekannt ist, ist das keinesfalls ein Qualitätsmangel.

Doch viele Portweine müssen alt sein, also von Herstellern aller Zeiten, weshalb es andere Anhaltspunkte braucht

Dazu kommt aber erschwerend, dass die Weinbauern bzw. die Portwein Hersteller die Qualität ihrer Weine selbst bestimmen und diese dann nur durch das Portwein Institut bestätigen lassen.

Das führt wiederum dazu, dass verschiedene Anbieter zu verschiedenen Jahrgängen Vintage Ports oder LBV (Late Bottled Vintage) Ports anbieten.

Das macht es zunächst nicht einfacher.

Daher sollten Sie immer darauf achten, wie andere große Hersteller ihre Portweine bewerten.

So haben die meisten großen Hersteller von Portwein zu den nachfolgenden Jahrgängen Vintage Ports als Spitzenjahrgänge zur Flaschenreifung abgefüllt:

  • 1979, 77 und 79
  • 1983, 85 und 87
  • 1991, 94, 95 und 97
  • 2000, 03 und 07
  • 2011

Es gibt allerdings Hersteller, die unabhängig davon Spitzenjahrgänge in anderen Jahren abgefüllt haben.

Fokussieren Sie anfangs die Hersteller hochwertiger Portweine

Insbesondere, wenn Sie noch nicht so viel über Portwein wissen, sollten Sie sich an die Hersteller halten, die für herausragende Qualität stehen.

Dazu gehören beispielsweise die Marken (ehemalige Portwein Hersteller) des größten portugiesischen Weinherstellers und Exporteurs (Exporteur von Mateus), nämlich Sogrape.

Zu Sogrape gehören heute die namhaften Portwein Hersteller Sandeman, Offley oder der wirklich hervorragende Hersteller Porto Ferreira.

Je länger Sie sich dann mit Portweinen befassen, wird es Ihnen immer leichter fallen, Ports professionell und schnell zuordnen zu können.

Das ist wie mit einem guten Vintage Port – der braucht auch viel Zeit, bis er zu einem großen Portwein wird.