Portwein Geschichte

Portweine gehören heute zu den absoluten Spitzenprodukten, sie sind geprägt von Exklusivität und einem gewissen Hauch von Luxus.

Dass die Entstehung von Portwein nur ein Resultat der wortwörtlichen und über Jahrhunderte andauernden mangelnden Kenntnissen der Winzer zu Haltbarkeitsprozessen in warmen südlichen Ländern war, mag man kaum glauben.

Das macht die Geschichte von Portwein aber nur umso spannender.

Die Besonderheiten von Weintrauben in warmen sonnigen Anbauregionen

Um diese kühne, ja fast dreiste Behauptung zu begründen – schließlich handelt es sich bei Portweinen aus heutiger Sicht um echte Spitzenprodukte höchster Qualität – müssen wir weit in die Vergangenheit zurückreisen.

Dazu ist es aber auch wichtig zu wissen, wo die grundsätzlichen Unterschiede zwischen südlichen warmen und eher nördlichen kalten Weinanbaugebieten liegen.

Natürlich ist das die Zahl der Sonnentage und die Wärme.

Durch diese klimatischen Bedingungen werden die Weintrauben süßer und fruchtiger, während wir es ja kennen, dass bei nördlichen Weinen nicht selten von Sauerweinen die Rede ist.

Der hohe Zuckergehalt – Fluch und Segen zugleich

Doch dieser hohe Gehalt an Zucker und die grundsätzliche Wärme in den südlichen Weinanbauländern birgt auch Nachteile.

So kann durch das Zusammenspiel von viel Wärme mit sehr hohem Zuckergehalt ein Wein während des Vergärens kippen.

Darüber hinaus sind solche Weine auch wesentlich instabiler und damit deutlich kürzer haltbar.

Das Resultat wäre dann Essigstich, also ein Produkt, das nichts mehr mit Wein zu tun hat.

Nun ist es aber so, dass den Menschen schon in der Antike Techniken bekannt waren, die Haltbarkeit von Weinen zu verlängern.

Wie vieles, waren auch diese Techniken, bei denen es um die Oxidation des Weins geht, den Weinbauern im römischen Imperium bekannt.

Mit dem Untergang der Römer ging das Wissen zur Haltbarkeit von Weinen zunächst verloren

Doch mit dem Untergang der Römer begann nicht das umsonst als „dunkles Mittelalter“ bezeichnete Frühmittelalter.

Viele Techniken und Arbeitsweisen der modernen Römer verschwanden zunächst.

Sei es Architektur, Straßen- und Hochbau, die Herstellung von Zement oder Glas, oder eben auch das Haltbarmachen von Weinen.

Daher mussten die Menschen in südlichen Anbaugebieten eigene Wege gehen.

Mönche fanden heraus, dass durch Aufspriten oder Fortifizieren die Haltbarkeit von Weinen erheblich verlängert werden konnte.

Dabei wird der junge Wein einfach mit Alkoholdestillat oder Weinbrand verschnitten.

Das war die Geburtsstunde vom Portwein.

Diese Verfahren wurden in den folgenden Jahrhunderten weiter verfeinert.

Fass- und Flaschenreifung und verschiedene Qualitätsstufen von durchschnittlichen über überdurchschnittliche bis hin zu Spitzenjahrgängen waren die Folge.

Seit 1750 wird die hohe Qualität von Portweinen gesichert

Insbesondere der rege Handel mit den Engländern ließ den Markt für Portweine aufblühen.

Unter anderem deshalb, weil England mit einem anderen großen Weinanbauland, nämlich Frankreich, beinahe schon traditionell immer Schwierigkeiten hatte.

Da bis 1750 die Nachfrage aus England nach Portweinen so sehr anstieg, kam viel minderwertiger Wein auf den Markt.

Die Portugiesen sahen sich daher gezwungen, Qualitätsstandards und feste Anbauregionen festzulegen.

Das war die Gründung des portugiesischen Portweininstituts.

Seither wird dieser besondere und einzigartige Likörwein nach strengen Regeln hergestellt und findet immer mehr Anhänger.