Ferreira Tawny Portwein

Porto Ferreira gehört zu den bekanntesten Portwein Herstellern in Portugal.

Heute ist der lange Zeit ein traditioneller Familienbetrieb in die Unternehmensgruppe von Sogrape eingegliedert, dem größten Hersteller und Eporteur von südlichen Weinen, also auch von Portwein.

Zum Unternehmen gehören auch noch andere bekannte Portwein Marken.

Das macht die Ports von Porto Ferreira zu einigen der besten portugiesischen Likörweine.

Eine wahre Erfolgsgeschichte stellt der Porto Ferreira Tawny Portwein dar.

Die Historie zu Portwein, zu Porto Ferreira und zu Tawny Ports

Um diesen Portwein besser einordnen zu können, zunächst ein kleiner Ausflug in die Geschichte.

Das Verhältnis zwischen Frankreich, dem klassischen Weinhersteller, und dem britischen Königreich war bekanntermaßen über viele Jahrhunderte getrübt.

Daher haben sich bereits ab dem 14. Jahrhundert enge Handelsbeziehungen zu Spanien und Portugal entwickelt.

Für denjenigen, der Weinen nichts abgewinnen kann, ist das am ehesten daran zu erkennen, dass beide Länder heute noch typische Urlaubsdestinationen für Engländer sind.

Aber auch im Portwein spiegeln sich die engen Beziehungen zwischen England und Portugal wider.

Die Haltbarkeit der Südweine war über Jahrhunderte ein großes Problem

England verlieh den Portugiesen Fischfangrechte.

Im Gegenzug wurden Zölle für Weine gegenüber Frankreich um ein Drittel gesenkt.

Jedoch kämpften die Portugiesen damals mit denselben Problemen wie andere Südländer, also Länder in mediterranen Regionen: durch das warme Klima ist die Zusammensetzung der Weintrauben zwar deutlich hochwertiger, jedoch stellt das beim Herstellen von Wein ein Problem dar.

Durch den höheren Fruchtzuckergehalt werden die Früchte als auch die Weine fruchtiger.

Jedoch vergärt der Fruchtzucker völlig zu Alkohol und dabei kippt der Wein dann.

Also müsste der Gärungsprozess unterbrochen werden, um die Weine länger oder sogar dauerhaft haltbar zu machen.

Ferreira Tawny Portwein – Alles Wissen ging zunächst verloren und musste mühsam aufgebaut werden

Grundsätzlich war das Wissen darum bereits seit der Antike vorhanden.

Die Römer bauten die Weinherstellung auf der Iberischen Halbinsel sogar zu einem wichtigen Wirtschaftszweig aus.

Mit dem Niedergang der römischen Kaiser und dem anschließenden Sturz in das dunkle Mittelalter wurde es in vielen Wissensbereichen buchstäblich dunkel für die Menschen Europas.

Straßenbau, Architektur, die Herstellung von Zement und vieles andere ging zunächst verloren und musste mühsam wieder erarbeitet werden.

So auch die Kunst, Weine aus warmen Regionen langfristig haltbar zu machen.

Das war insofern wichtig, da andernfalls Wein nicht wirklich ein Exportschlager werden konnte.

Der Weinhandel war also immer mit Risiken verbunden.

Mit dem Aufspriten war endlich ein Weg gefunden und Portwein wurde ein voller Erfolg

Daher waren auch englische Händler zutiefst daran interessiert, Wege zu finden, den Wein länger haltbar zu bekommen.

Gerüchten nach fanden sie die Lösung in portugiesischen Klöstern.

Die Mönche dort versetzten den noch gärenden Wein mit hochprozentigem Alkoholdestillat und stoppten so die Gärung.

Gleichzeitig blieb natürlich ein großer Teil des Fruchtzuckers erhalten.

Das ist der Grund, weshalb die meisten Portweine von süß bis sehr süß reichen und folglich auch als Likörweine gelten.

Umgangssprachlich (ohne jede rechtliche Verbindlichkeit) werden sie auch Süßwein oder Dessertwein genannt.

Nun wurden die Weine zunächst bei den Weinbauern vergärt und nach geraumer Zeit den Rio Douro hinab an die Mündung am Atlantik nach Porto transportiert.

Die Herstellung von Portwein – die Entscheidung, was zu Tawny und was zu Ruby wird

Hier kommen die Weine zunächst in große Holz- oder Stahltanks, in denen sie auch unter Zufuhr von Luft rund zwei Jahre reifen.

Dann kommt die erste Verkostung, bei der bestimmt wird, wie es mit dem Wein weitergeht.

Nach dieser Zeit verbleiben die Portweine entweder in den großen Tanks, kommen in kleinere Holzfässer (Pipen) oder werden in Flaschen abgefüllt zum Reifen.

Entsprechend unterscheidet das portugiesische Portweininstitut neben White Ports und Rose Ports nach den folgenden beiden Portweinen:

  • Ruby Portweine – das sind hauptsächlich in der Flasche gereifte Portweine aus roten Weintrauben
  • Tawny Portweine – das sind hauptsächlich im Fass gereifte Portweine, ebenfalls aus roten Weintrauben

Tawny Portweine reifen im Fass, auch die Ferreira Tawny Ports

Wie bei allen Portweinen wird auch bei den Tawnys nach durchschnittlichen und überdurchschnittlichen Jahrgängen unterschieden (die nächst höhere Qualitätsstufe wäre die Reserva).

Entsprechend ihrer Qualität, die bei der bereits genannten Verkostung festgestellt wird, werden sie dann entsprechend in den Fässern gehalten, in Pipen umgefüllt oder bei durchschnittlichen Jahrgängen schon bald nach der Verkostung in Flaschen gezogen.

Dementsprechend werden bei Porto Ferreira verschiedene Tawny Ports unterschieden:

  • Porto Ferreira Tawny Port
  • Porto Ferreira Dona Antónia Reserva Tawny
  • Porto Ferreira Quinta do Porto Tawny 10 Years Old
  • Porto Ferreira Duque de Bragança Tawny 20 Years Old

Natürlich führt Porto Ferreira auch erstklassige Ruby Ports, LBV (Late Bottled Vintage) Ports und Vintage Portweine, außerdem auch weiße Portweine.

Ferreira Tawny Portwein – Aber hier geht es ja um die Tawny Ports von Porto Ferreira.

Die hohe Qualität von Ferreira Ports hängt eng mit der Geschichte zusammen

Dass es sich bei den Portweinen von Porto Ferreira um Portweine mit einem ausgesprochen guten Ruf zu tun hat, dürfte auch mit den historischen Geschehnissen zusammenhängen, die bald nach der Gründung des Familienbetriebs Einzug hielten.

1751 Begann die Weinbauernfamilie Ferreira mit ihrem Betrieb.

Nur wenige Jahre später, 1756 wurden die Weichen für das heutige Portwein Institut (bis 2003 Instituto dos Vinho do Porto, kurz IVP, seither IVDP, da das „Comissão Interprofissional da Região Demarcada do Douro CIRDD, deutsch: Interprofessionelle Kommission für die Demarkationsregion Douro eingelagert und damit das „D“ zugefügt wurde).

Das ist deshalb wichtig, weil alle Portweine ein Siegel des IVP bzw. seit 2003 des IVDP tragen, welches für die Qualität des Portweins steht.

Das wurde nämlich Mitte des 18. Jahrhunderts notwendig, da nun, wo der Wein haltbar gemacht werden konnte, die Nachfrage aus England massiv anstieg.

Damit einher ging auch ein Qualitätsverfall.

Dem trat Portugal 1756 mit der Gründung eben des Portweininstituts entgegen.

Damit war der Portwein der erste staatliche geschützte Wein der Welt.

Dieses Prädikat wirkte sich entsprechend positiv aus und schon bald war Portwein der exklusive Likörwein aus Portugal.

Die erstklassigen Lagen von Porto Ferreira

Zu der Qualitätssicherung gehörte auch, dass die Reben für den Portwein nur innerhalb einer bestimmten Region im nördlichen Douro Tal angebaut werden durften.

Seit dieser Zeit umfasst das Gebiet rund 240.000 Ha, wovon circa 46.000 Ha mit Reben bestückt sind.

Das Weingut der Familie Ferreira lag dabei innerhalb dieser Region und stellt bis heute eine der besten Gegenden für den Portwein Anbau dar.

Je nach Standort innerhalb der Region unterscheiden sich Bodenbeschaffenheit und Klima deutlich voneinander, wobei die Ferreira-Weingüter erstklassige Lagen sind.

Bei Ferreira wurde also nahezu mit Gründung des Familienunternehmens ausschließlich nach den hohen Qualitätsrichtlinien des Portweininstituts Portwein hergestellt, da beide Gründungen eng zusammenfallen.

Das beeinflusste sicherlich den schnellen Erfolg zusätzlich.

Der war so groß, dass die Familie schon bald weitere Weingüter dazukaufte.

Porto Ferreira ist eine Marke, mit der sich ganz Portugal identifiziert aufgrund seiner Geschichte

Damit das Weingut nicht auseinanderbrechen konnte, heiraten zwei Cousinen der Ferreira Familie, António Bernardo Ferreira und Antónia Adelaide Ferreira.

Antónia Ferreira wurde schnell Witwe.

Nach einer zweiten Heirat wurde sie im Alter von 33 Jahren bereits zum zweiten Mal Witwe.

Nun übernahm sie die Unternehmensleitung selbst und modernisierte den Betrieb grundlegend.

Außerdem war sie sehr mit sozialen Projekten in ihrer Region engagiert.

So wurde Ferreira zu einem der angesehensten Hersteller von Portwein.

1987 trat dann der größte Wein Exporteur und inzwischen auch einer der größten Weinproduzenten Portugals, Sogrape, an das Unternehmen heran und konnte es übernehmen.

Neben Porto Ferreira gehören noch weitere Portwein Marken und Hersteller zum Unternehmen:

  • Offley
  • Robertson
  • Sandeman

Die Grundlage für den Erfolg war übrigens ein Wein, der nahezu aus dem Stand heraus der größte Exportschlager Sograpes wurde, und den auch viele Weinkenner schätzen und genießen: Mateus.

Die Porto Ferreira Tawny Portweine

Da die Tawny Ports von Porto Ferreira als Tawny natürlich im Fass reiften, sind sie für die Lagerung in Flaschen nur bedingt geeignet.

Im Fass reifen Tawnys im Schnitt mindestens 5 Jahre, ältere Tawnys können aber auch 10, 20, 30 oder 40 Jahre lagern.

Im Fass verlieren die Grundweine im Lauf der Jahre dann ihre Rotfärbung (von der die Rubys ihren Namen haben).

Es stellt sich ein Braunton ein, der an Bernstein erinnert, daher auch die englische Bezeichnung „tawny“ für diese Ports.

Sehr alte Tawnys ab 30, 40 Jahre Fassreifung werden sogar noch heller und reichen dann von einem dunkeln Gelb bis zu einem strohfarbenen Braun.

Ferreira Tawny Portwein – Nicht selten ist bei diesen alten Tawny Ports auch ein orangefarbener Stich zu erkennen.

Ein alter Ferreira Tawny Port kann mehr kosten als ein junger Vintage Port

Solch alte Tawny Ports werden zum Teil erheblich teurer gehandelt als ein junger Vintage Port.

Im Allgemeinen reicht der Geschmack der Tawnys durch die Oxidation, die in den Fässern erfolgen konnte, ins Nussige. 10-jährige Porto Ferreira Tawny Ports gewinnen an fruchtiger Tiefe mit einer blumigen Note.

Dazu eine Komposition aus unterschiedlichen Aromen, die zu einem einzigartigen Geschmackserlebnis für den Gaumen werden.

Es handelt sich um fassgereifte Portweine, sodass die Ferreira Ports mit der Abfüllung in Flaschen trinkfertig sind.

Auch ein Dekantieren ist nicht notwendig.

Wie für andere rote Portweine sollte die Trinktemperatur um die 18 Grad Celsius betragen.

So wird jeder Ferreira Tawny Port zum Hochgenuss

Da die Tawny Ports bereits im Fass oxidieren konnten, sind sie etwas länger haltbar als die flaschengereiften LBV oder Vintage Portweine.

8 bis 10 Wochen sollte ein Ferreira Tawny im Kühlschrank gut zu lagern sein nach seinem Öffnen.

Ferreira Tawny Portwein – Der Tawny Port passt sehr gut zu mediterranen Vorspeisen oder zu Käse, ist aber auch mit einem frischen Obstsalat ein Genuss.

Ebenfalls zu empfehlen ist das Zuckern frischer Erdbeeren, die mit Tawny Port übergossen für eine halbe Stunde in den Kühlschrank kommen, um dann ein ebenfalls einmaliges Geschmackserlebnis zu bieten.

Mit einem Porto Ferreira Tawny Portwein haben Sie zudem immer eine ausgesprochen gute Wahl getroffen und versichern dadurch Ihren Gästen, dass Sie durchaus die herausragenden Hersteller von hochwertigen Portweinen kennen.